Kofi, Fly, Meagan, Max, Rocky und Ivy

Manchmal verliert man, manchmal gewinnen die Anderen

Agility …

Written By: admin

… Sinn oder Unsinn, das ist hier die Frage?

Als ich das erste Mal von diesem Sport gehört habe, dachte ich, es handelt sich hierbei um irgendeine Beschäftigungstherapie für Hund und Besitzer. Kinderkram halt.

Im Wald oder Feld zu spazieren war denen zu langweilig. Also musste eine neue Herausforderung her. Sinnvoll oder nicht: Hauptsache mal wieder was Neues.

Aber was konnte schon so spannend daran sein, seinem Hund über irgendwelche Hindernisse zu locken oder zu scheuchen?

Von Vielen müde belächelt – ich gehörte auch dazu – fristete der Sport darum zuerst nur ein Nischendasein. Aber mit der Zeit schauten immer mehr von den anfänglichen Zweiflern über den Tellerrand und machten sich bei den damals nur vereinzelt stattfindenden Turnieren selbst ein Bild. Hatte man auf solch einer Veranstaltung das Glück einen gut ausgebildeten Hund bei der Arbeit zu beobachten, fing man schnell Feuer.

Ich habe mich lange diesem Sport verweigert. Erst durch meinen Hund, dem drei oder vier Stunden Auslauf als Beschäftigung einfach nicht ausgereicht haben, wurde ich gezwungen mich mit Agility auseinanderzusetzen. Dem Hund fehlte es einfach an Aufgaben, die nicht nur seine Muskulatur, sondern auch seine grauen Zellen forderten.

Also: Halbherzig den nächstgelegen Hundeplatz angesteuert, der Agility in seinem Repertoire hat. Man kann ja mal gucken. Wenn’s nicht gefällt, ist man ja auch schnell wieder weg. Aber dazu gab es keine Veranlassung.

Als der Hund begriffen hatte, um was es da überhaupt geht, war er Feuer und Flamme. Zuerst wurden nur kleine Hindernisse überquert und ein Tunnel durchlaufen. Das reichte aber aus, ihm vor jedem neuen Start die Augen leuchten zu lassen.

Wenn man einmal gesehen hat, mit welch einer Begeisterung der Hund bei der Sache ist, ist man diesem Sport eigentlich schon verfallen. Dann versteht man auch, warum immer mehr Menschen Agility zu Ihren Hobby machen. Und das Schöne daran ist: Es macht nicht nur dem Hund Spaß. Der Mensch hat mindestens genauso soviel Freude dabei. Und ganz nebenbei hält man sich auch geistig und körperlich fit.

Denn so einfach, wie es sich anhört ist es leider nicht. Denn das Frustrierendste an diesem Sport ist die Tatsache, dass der Schwachpunkt im Duo Zwei- und Vierbeiner, leider wieder der Mensch darstellt. Man glaubt gar nicht, wie wenig man seinen eigenen Körper unter Kontrolle hat, wenn man versucht seinem Hund mit minimaler Körpersprache die Richtung zu weisen, ohne sich beim Sturz über eine im Weg stehende Hürde den Hals zu brechen.

Trotz aller Hindernisse, die sich Hund und Begleiter in den Weg stellen: Agility macht einfach Spaß. Man beschäftigt sich intensiv mit seinem Hund, wächst zusammen und hält sich nebenbei noch fit.

Was ist denn jetzt genau Agility?

Agility ist eine klassische Teamsportart. Das Team besitzt 6 Beine. Vier Beine liefert der Hund. Das fehlende Beinpaar stellt der Mensch, der den Hund ähnlich, wie beim Springreiten, durch einen Hindernisparcours führen muss.

Ein paar kleinere Unterschiede gibt es dann doch:

  • Der Mensch reitet nicht auf dem Hund,sondern läuft nebenher.
  • Pferde müssen nicht durch Tunnel schlüpfen, durch Reifen springen oder über Stege und Wippen laufen.

Das Ziel ist dann doch das Gleiche: Möglichst schnell ohne Fehler den Parcours zu bewältigen.

Man unterscheidet die folgenden Gerätetypen:

  • Hindernisse, die übersprungen bzw. Durchsprungen werden müssen.
    Stangenhürden, Besenhürden, Mauern, Weitsprung, Reifen
  • Kontaktzonengeräte, die überlaufen werden müssen. Dazu gehören:
    Steg, Wippe und die A-Wand
    Den Namen Kontaktzonengeräte haben diese Parcourselemente von der markierten Fläche im Anfangs- und Endbereich des Hindernisses, in die der Hund beim Betreten des Gerätes mindestens ein Pfote setzen muss.
  • Zu der Familie der Tunnel, die es zu durchlaufen gilt, gehören der
    Stofftunnel oder Sacktunnel und der feste Tunnel (lang und kurz).
  • Tisch
    Dort wird der Hund für eine bestimmte Zeit geparkt, bis es wieder weitergeht. Wie lange der Hund auf dem Tisch ausharren muss, bestimmt letztendlich der Prüfer.
  • Slalom
    maximal 12 Stangen, durch die der Hund in einer bestimmen Richtung fädeln muss. Gestartet wird mit der Slalomstange, die sich neben der linken Hundeschulter befindet.


Damit die Hunde untereinander eine reelle Chance haben, sich zu messen, erfolgt eine Dreiteilung aller teilnehmenden Hunde anhand ihrer Größe und Leistungsfähigkeit. Je Größer der Hund desto höher die Hindernisse.

Man unterscheidet:

  • Mini (Small) Schulterhöhe kleiner als 35 cm
    Sprunghöhe Einfachsprung 25 bis 35 cm
     
  • Midi (Medium) Schulterhöhe kleiner als 43 cm
    Sprunghöhe Einfachsprung 35 bis 45 cm
     
  • Standard (Large) Schulterhöhe ab 43 cm
    Sprunghöhe Einfachsprung 55 bis 65 cm

Außerdem werden erfolgt eine Einteilung in unterschiedliche Leistungsklassen:

  • A0
    Voraussetzung: Begleithundprüfung und mindestens 18 Monate alt.
     
  • A1
    Voraussetzung: Begleithundprüfung und mindestens 18 Monate alt.
    ABER: Wer einmal in A1 gestartet ist darf nicht mehr „runder“ nach A0 !
     
  • A2
    Voraussetzung: Dreimal in Klasse A1 unter den ersten Drei sein. Vorzüglich abschneiden, d.h. ohne Fehler und dann müssen das auch noch zwei verschiedene VDH-Richter gewertet haben. Bei dem Turnier muss es sich um eine VDH-Veranstaltung gehandelt haben.
    ABER: Wer einmal in A2 gestartet ist darf nicht mehr „runder“ nach A1 oder A0 !
     
  • A3
    Voraussetzung: Dreimal in Klasse A2 unter den ersten Drei sein und wieder vorzüglich abschneiden. Der Rest (Richter, VDH-Veranstaltung …) wie bei A2.
    ABER: Wer einmal in A3 gestartet ist darf nicht mehr „runder“ nach A2, A1 oder A0 !